Heimatkunde in Verl und anderswo
Es gibt viel zu entdecken, fangen wir an!
 

Verl in historischen Bildern

früher und heute


Spannend: So sah das also früher hier aus!

Die Gegenüberstellung früherer und aktueller Ansichten von Verl zeigt in verblüffender Weise, dass unser bauliches Umfeld einem ständigen Wandel unterworfen ist. Neue Bilderpaare veröffentliche ich aktuell zunächst bei Facebook. Die Reaktionen im Sozialen Netzwerk zeigen mir, dass viele Menschen an alten Bauwerken hängen. Sie machen einen Ort unverwechselbar und heimelig und geben uns einen Bezug zur Geschichte unseres Wohnortes.





Um 1970 entstand das Foto der Paderborner Straße in Verl. Das Geschäft „Radio Pollmeier“ ganz rechts betrieb noch eine Tankstelle (sie wurde ca. 1985 abgebrochen). Daran schließen sich die Häuser Hesse, Hagemann, Breuer, Zahnarzt Junkerfeuerborn, Schiermeier und Meiertokrax an. Auf der linken Seite ist das rote Ziegeldach der alten Post zu sehen.





Im Jahr 1905 stehen Heinrich und Maria Eickenbusch vor ihrem neuerrichteten Haus mit der "Bäckerei und Kolonialwarenhandlung Heinrich Eickenbusch". Zuvor hatte die Familie eine Bäckerei neben der St. Anna-Kirche betrieben. Der Neubau und die geschäftliche Expansion der Familie fielen in eine Zeit, in der das für seine Armut bekannte Amt Verl einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte.





Das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse wurde 1958 errichtet und entsprach in seiner Formensprache der Nachkriegsmoderne. Achitekt war Franz Allerkamp. Ein erster Umbau erfolgte 1978, damals wurde das Haus mit schwarzem Schiefer verkleidet. Vor einem weiteren Umbau im Jahr 1995 wurde darüber nachgedacht, ob der Bau als ortskernprägendes Denkmal erhalten werden sollte. Viele Bürger sahen den Bau kritisch: „Da muss ein vernünftiges Spitzdach drauf“ oder „Man kann sich etwas Schöneres vorstellen, als diesen schwarzen Kasten mitten im Dorf“. In Folge gestaltete der Verler Architekt Peter Brenneke die Front um und setzte ein Satteldach auf das Gebäude; seit dieser Zeit dient das Gebäude an der Hauptkreuzung auch als Standesamt. In naher Zukunft soll das Gebäude mit einem Fassadenkunstwerk verschönert werden.











Die Abbildung einer Ansichtskarte zeigt das Amtshaus im Jahre 1902. Errichtet wurde es 1885 durch den Amtmann Werner Rohden. Im Jahr 1888 übernahm sein Sohn Adolf Rohden die Amtsgeschäfte und nutzte die Räumlichkeiten. Hier befanden sich ein Büroraum und ein Aktenzimmer für den Dienstgebrauch, ansonsten war hier die Wohnung des Amtmannes. Die Veranda auf der Südseite und das Gartentörchen unterstützen den Eindruck eines Wohnhauses.
Als die Einwohnerzahl des Amtes auf etwa 10 000 angewachsen war, mussten die Amtsräume erweitert werden. Die Amtsvertretung kaufte daher im Jahr 1911 das Gebäude, das sich in Rohdens Privatbesitz befand. Im Folgejahr wurde erstmals angebaut, und zwar setzte man in östlicher Richtung einen Giebelbau an.
(Ansichtskarte aus der Sammlung von H.-J. Pähler)




Viele Jahrzehnte prägte das dunkelrote Ziegelhaus der Fabrikantenfamilie Blankemeyer die Hauptstraße. Von 1890 bis 1905 befand sich hier das Verler Postamt. In den 1990er Jahren nutzte der Verein „Eltern für Kinder“ die Räumlichkeiten. Seit 1999 steht hier der großräumige Neubau.





Ungefähr im Jahr 1955 verbringen die 6 – 14 jährigen Volksschüler ihre Pause auf dem Schulhof. Einige ältere Schüler haben bereits  über das Podest den Weg in das Gebäude angetreten.
Der Neubau des Schulgebäudes fand in den Aufbaujahren nach Ende des zweiten Weltkrieges statt. Der Vorgängerbau war in den letzten Kriegstagen abgebrannt und in der Zwischenzeit mussten provisorische Räume für den Unterricht herhalten. Nachdem im Mai 1947 mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen wurde, konnte der Neubau 1949/50 bezogen werden. Die damalige Dorfschule wurde seitdem mehrfach erweitert, insbesondere der Seitenflügel ist nun deutlich breiter. Heute befindet sich hier die Grundschule Marienschule.





Im Jahr 1955 sieht man dem Verler Ortsbild noch deutlich die bäuerliche Herkunft an. An der Hauptstraße sehen wir rechts die 1930 errichtete Apotheke Maus. Links daneben die kleinen Gebäude der Vikarie und der Küsterei (Hinter der Küsterei befand sich noch ein kleines Schulhaus, das von 1861-1868 genutzt wurde). Daneben stand das Geschäftshaus Stratsteffen, in dem Stoffe und Textilien verkauft wurden.
Bei der Anlage des heutigen Kühlmannweges musste das Geschäftshaus weichen, auch die alte Vikarie und die Küsterei wurden Mitte der 1960er Jahre abgebrochen.





Schwarzes Haus wird grünes Haus
An der Hauptstraße 30 stand viele Jahrzehnte ein schieferverkleidetes Haus, in dem  Kaufmann Wilhelm Raestrup seine Geschäfte betrieb. Ungefähr 1980 entstand der markante Neubau, in dem sich das Modegeschäft Moseler befand. Heute finden wir im „Grünen Haus“ ein Mode- und Dekoangebot.





Ungefähr seit 1600 gibt es an dieser Stelle die Dorfmühle. Das aktuelle Fachwerkgebäude wurde um 1744 errichtet und bis 1964 aktiv als Mühle genutzt.
Auf der Aufnahme aus der Zeit um 1905 steht rechts der damalige Mühlenbesitzer Aloys Wester-Ebbinghaus. Er hatte für ein Sägewerk ein Turbinenhaus errichten lassen , das links im Bild zu sehen ist. Hoch zu Pferde sitzt der Dorfgendarm.
In heutiger Zeit wird die Schaffung eines Gründerzentrums (als Anbau an die denkmalgeschützte Mühle ) erörtert.





Um 1955 entstand die Ansichtskarte des Verler Krankenhauses. Das Gebäude war 1909 auf Initiative von Pfarrer Ferdinand Kühlmann errichtet worden. Im Stil des Historismus errichtet, war sein markanter Turm lange Zeit eine „Landmarke“ im Verler Gebiet. In den Jahren 1968-1971 wurde das Krankenhaus modernisiert und äußerlich dem Zeitgeschmack angepasst. 1988 wurde das Krankenhaus schließlich geschlossen und in der Folgezeit in ein Seniorenheim umgewandelt. Heute findet man hier das Caritas-Haus St. Anna Verl.





Junglehrer Hermann Johann-Hanwahr, genannt Friesmeyer (1888-1949) steht vor seiner Schule, der Volksschule Bornholte-Feld.  Die Schule wurde 1909 auf dem sogenannte "Bornholter Feld" errichtet und war lange von Grünland umgeben, bis schließlich in den Nachkriegsjahren die verstärkte Besiedlung einsetzte. Die langjährige Tätigkeit des Lehrers führte dazu, dass die Schule auch Friesmeyer-Schule genannt wurde.






Sürenheide entwickelte sich erst in den Nachkriegsjahren zu einer geschlossenen Siedlung. Die Amtsverwaltung erwarb hier Bauland, das sie preiswert weiter gab. Die Baugrundstücke an der Thaddäusstraße gegenüber der Volksschule kosteten etwa 70 Pfennig pro Quadratmeter. Bedingt durch die Materialknappheit der Nachkriegsjahre  entstanden kleine, anderthalbgeschossige Spitzdachhäuser. Hier sehen wir von rechts die Häuser Ehlers, Schlangenotto, Buschmann, Nagel, Humann sowie die Tankstelle Willinghöfer. Die Siedlungshäuser der 50er Jahre wurden inzwischen umgebaut oder durch Neubauten ersetzt. Auch die Thaddäusstraße hat sich vom Schotterweg zu einer gut ausgebauten Straße entwickelt.





Im März des Jahres 1955 stapft eine Spaziergängerin durch den Schnee bei der neu erbauten Kirche in Sürenheide. In diesem Ortsteil war die Bevölkerungszahl in den Nachkriegsjahren stark angewachsen und der Weg zur St. Anna-Kirche in Verl war weit. Daher errichtete man die Kirche St. Judas Thaddäus, die ab 1954 genutzt wurde. Erst Jahre später – im Jahr 1985 – erhielt der schlicht verputzte Bau einen Kirchturm und eine verklinkerte Fassade.






In den 1960er Jahren spielen Kinder vor der Kaunitzer Volksschule. Das Schulgebäude wurde 1892/93 in Sichtweite der Marienkirche errichtet und viele Jahrzehnte genutzt. Aufgrund der ungünstigen Lage – im Winkel zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen – und der mangelnden Größe wurde sie durch den Neubau  an der Fröbelstraße ersetzt (heute Grundschule Kaunitz). Ab 1965 wurde das neue  Gebäude genutzt; 1975 riss man schließlich das alte Schulhaus ab. Heute erinnert nur noch die Straßenbezeichnung „Alter Schulhof“ an die ehemalige Volksschule in Kaunitz.





Das Fachwerkhaus Schnitger stammte aus den Anfängen des Kirchdorfes Kaunitz.
Mit dem Bau der Kirche St. Maria Immaculata entstanden erste Ansiedlungen und bereits 1758 ist die Kötterstelle des Schreiners Ewerd Schnitger beurkundet.
Bis in die 1970er Jahre betrieb Familie Nordbrock hier ein Gasthaus. Als die Straße begradigt wurde, verschwand das urige Gemäuer. Heutzutage befindet sich an dieser Stelle die Bäckerei Schumacher.